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Verfasst am: 24.04.2010 09:21 Titel:
Proteste gegen Stuttgart 21
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Schwaben wehren sich
Montagsdemos und Straßenblockaden: Der Widerstand gegen das Bahnhofsprojekt »Stuttgart 21« wird größer und entschlossener. Großkundgebung am Samstag in der Innenstadt
Bei der Ausrichtung der Bundesbahn auf Profitmaximierung und Börsengang gerieten in den 90er Jahren die Kopfbahnhöfe der Großstädte ins Visier der Konzernmanager. Die großen Gleisflächen sollten verringert werden. Die dadurch frei werdenden teuren Grundstücke in den Innenstädten sollten Milliardengewinne bringen. Da sich schnell herausstellte, daß die Umbaukosten der Bahnhöfe die Spekulationsgewinne aus den Grundstücken übersteigen werden, blieb den Städten die Realisierung dieser Pläne erspart. Mit einer Ausnahme: Stuttgart. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt bildeten die Profiteure des Projekts und Politiker aus CDU, FDP und SPD ein Kartell, das u.a. im sogenannten »Unterstützerkreis Stuttgart 21« organisiert ist. Es will nicht nur aus dem Kopfbahnhof einen tiefergelegten Duchgangsbahnhof machen, sondern auch mit den 100 Hektar frei werdenden Grundstücksflächen spekulieren. Und der Größenwahn geht noch weiter: So soll der Stuttgarter Flughafen durch einen Tunnel an den ICE-Verkehr angeschlossen und von Wendlingen bis Ulm eine Hochgeschwindigkeitsstrecke gebaut werden. Weil dann mehr Flugreisende aus allen Richtungen schneller den Airport erreichen können, soll er eine zweite Landebahn bekommen. Nach einer Protestdemonstration mit 15000 Teilnehmern im April 2008 wurde die Flughafenerweiterung vorerst auf Eis gelegt.
Als die Bahn kurzzeitig wegen der hohen Kosten aus dem Bahnprojekt aussteigen wollte, machten das Land und die Stadt Stuttgart milliardenschwere Finanzzusagen an den Konzern. Von den gesamten Kosten übernimmt die DB AG jetzt nur noch einen Bruchteil der Kosten, will aber aus dem Grundstückserlös der frei werdenden Gleisflächen Profit schlagen.
Größte Baustelle Europas
Die Planer von »Stuttgart 21« gehen von einer Bauzeit bis 2035 aus und reden mit Stolz von der größten Baustelle Europas. Im mittleren Schloßgarten sollen 280 Bäume – manche sind 200 Jahre alt – abgeholzt werden. Durch die baubedingten Grundwasserabsenkungen sind auch alle anderen Bäume im innerstädtischen Park bedroht. Von dem denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude soll nur noch ein Torso bleiben. Die Innenstadt um den Hauptbahnhof wird zur Betonwüste. Die Untertunnelungen bedrohen die Mineralquellen. Die autogerechte Schwabenmetropole ist heute schon die europäische Hauptstadt des Feinstaubs. Allein der Abtransport von vier Millionen Abraum des innerstädtischen Tunnelbaus hätte zur Folge, daß jahrelang sechzehn Stunden am Tag zusätzlich 2400 schwere LKW in der City die Luft verpesten.
Die Krönung: Wenn das Projekt verwirklicht würde, hätten die Stuttgarter am Ende einen leistungsschwächeren Bahnhof. Denn der überaus leistungsfähige Kopfbahnhof mit seinen 16 Gleisen wird zu einem Vorortbahnhof mit nur acht Gleisen und der Hälfte der Bahnsteige reduziert. Die Folge davon ist, daß es fürs Ein- und Aussteigen nur noch maximal zwei Minuten Zeit gibt und kein Zug mehr auf einen verspäteten warten kann. Dabei wird vor allem der Nahverkehr auf der Strecke bleiben.
Die »Stuttgart 21«-Macher sind wild entschlossen, das Projekt durchzuziehen. Am 2. Februar inszenierten sie mit großem Pomp einen offiziellen Baubeginn. Sie wollten damit den Widerstand brechen. Das ist ihnen nicht gelungen. Die feierliche Showveranstaltung zum Bauauftakt wurde von 4000 S-21-Gegnern und lautstarken »Lügenpack«-Rufen gestört. Die Montagsdemos am Nordausgang des Bahnhofs, an denen seit Dezember jede Woche um die 3000 Menschen teilnehmen, werden eher größer als kleiner. Zweimal wurde nach Montagsdemos von mehrere hundert Demonstranten spontan eine Bundesstraße vor dem Hauptbahnhof blockiert. An diesem Montag zogen 5000 Bürger nach der Kundgebung am Bahnhof durch die Innenstadt zum Rathaus, wo die SPD ihren Frühjahrsempfang abhielt.
Pfusch am Bau
Der kriminelle Pfusch am Bau bei der Kölner U-Bahn, ständig neue Informationen über Korruption und andere Machenschaften der in das Projekt involvierten Firmen und Politiker führen dazu, daß sich immer mehr Bürger dem Widerstand gegen »S21« anschließen und aktiv werden. Die Debatte über zivilen Ungehorsam hat begonnen. Die Parkschützerinitiative entwickelt sich neben den Montagsdemos zum zweiten Eckpfeiler der Anti-S-21-Bewegung. Jugendliche haben eine »Jugendoffensive gegen S 21« gegründet. Die Bewegung wirkt auch in die Gewerkschaften. Am Anfang war nur die Lokführergewerkschaft GDL gegen »S 21«. Dann reihte sich der ver.di-Bezirk Stuttgart ins Lager der Gegner ein. In den vergangenen Monaten beschlossen Konferenzen der IG Metall Stuttgart, des DGB-Bezirks Stuttgart und der Region Nordwürttemberg gegen die jeweiligen Vorstände bzw. Antragskommissionen die Ablehnung von »S21«. Bei allen Umfragen in der Stuttgarter Bevölkerung gibt es eine Ablehnungsquote von mindestens 70 Prozent. Gegen den aktiven Widerstand der Bevölkerung läßt sich ein solches Megaprojekt mitten in der Innenstadt wohl kaum durchziehen.
Großkundgebung gegen »Stuttgart 21«, Samstag, 14.30 Uhr im mittleren Schloßgarten. Weitere Informationen: www.kopfbahnhof-21.de
http://www.jungewelt.de/2010/04-24/025.php
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Verfasst am: 26.04.2010 11:27 Titel:
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Tausende protestieren gegen »Stuttgart 21«
Landesweites Netzwerk von Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern nimmt Bauprojekt ins Visier
Unser Park – unsere Stadt« unter diesem Motto versammelten sich am Samstag rund 10000 »Stuttgart 21«-Gegner im Schloßgarten der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Der Park mit seinen bis zu 200 Jahre alten Bäumen soll dem Verkehrsprojekt geopfert werden. Hinter »S 21« verbirgt sich der Plan, aus dem Stuttgarter Kopfbahnhof einen tiefergelegten Duchgangsbahnhof zu machen und fast nebenbei mit 100 Hektar frei werdenden Grundstücksflächen zu spekulieren. Der Größenwahn geht noch weiter: Der Stuttgarter Flughafen soll durch einen Tunnel an den ICE-Verkehr angeschlossen und von Wendlingen bis Ulm eine Hochgeschwindigkeitsstrecke gebaut werden.
Spaziergänger, die am Samstag durch die Großkundgebung auf das geplante Abholzen der Bäume aufmerksam wurden, schlossen sich spontan dem Protest an. Gerhard Pfeifer vom Umweltverband BUND widerlegte die Behauptung, daß es sich bei »S21« um ein »grünes Projekt« handele. Vielmehr sei es ein »graues Projekt«, so Pfeifer. Grau stehe für Gestein, Beton, Stahl und Feinstaub – letztlich für mehr klimaschädliche Gase. »Stuttgart 21 ist ein Klimaschutzkiller«.
Erstmals trat am Samstag ein Bevollmächtigter der Metallgewerkschaft bei einer Aktion gegen das Wahnsinnsprojekt auf. Roland Hamm von der IG Metall Aalen/Schwäbisch Gmünd gehört zu den Initiatoren des landesweiten Netzwerks »GewerkschafterInnen für Gute Bahn statt Stuttgart 21«, das sich am Samstag nach der Kundgebung gründete. In seiner Rede machte Hamm deutlich, daß der Widerstand gegen »S 21« auch in den Gewerkschaften stärker werde. Unter großem Beifall erklärte er, daß es bei dem Bauvorhaben allein um Profitinteressen gehe. Die Milliarden Steuergelder, die hier für wenige Profiteure verschwendet würden, bräuchten die Kommunen für Investitionen in Arbeitsplätze, bezahlbare Wohnungen, Kindergärten, Schulen, den Ausbau des Nahverkehrs sowie Klima- und Umweltschutz. Aus Protest müsse Widerstand und aus Widerstand ziviler Ungehorsam werden, so Hamm.
Kontakt zum Gewerkschafter-Netzwerk gegen »S 21« über werner.sauerborn@verdi.de
http://www.jungewelt.de/2010/04-26/030.php
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Verfasst am: 28.04.2010 00:34 Titel:
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Über 10.000 Demonstranten gegen Abriss des Stuttgarter Hauptbahnhofs und "S21"-Projekt
"Absolutistische Herrscher wollen einen blitzenden Bahnhof nach Nirgendwo", las der Redner aus der Grußbotschaft des Schauspielers Walter Sittler vor. Dieser konnte selbst nicht kommen, dafür kamen aber am Samstag weit über 10.000 Demonstranten in den Stuttgarter Schlossgarten, um unter dem Motto "Unser Park – Unsere Stadt – Unsere Zukunft" gegen das Städtebauprojekt "Stuttgart21", kurz "S21", zu protestieren. Ihm soll der historische, denkmalgeschützte Kopfbahnhof zum Opfer fallen. Gegen "S21" hat sich die bundesweit größte kommunale Protestbewegung gebildet, die breite Schichten der Stuttgarter Bevölkerung erfasst ("rf-news" berichtete mehrfach).
Das hat Mitte Februar die "Stuttgarter Zeitung" zur Schlagzeile "In Pelz und Parka vereint im Protest" inspiriert. Die Gründe für den Protest sind vielfältig. Neben dem Verlust des historischen Kopfbahnhofs bedeutet "S21" den Ausbau der profitablen Hochgeschwindigkeitsstrecken. Der Nah- und Regionalverkehr würde darunter leiden. Die Durchführung von "S21" würde auch die Umwelt nachhaltig schädigen. Über 280 alte Platanen sollen im Schlosspark gefällt werden. Um ihre Sauerstoffproduktion zu ersetzen, müssten 30.000 neue Bäume gepflanzt werden.
"S21" zementiert die Abhängigkeit von Autos und Lkw's, was die Luft im Stuttgarter Talkessel weiter vergiften würde. Es ist daher interessant, dass in der Autostadt Stuttgart auch einzelne Gliederungen der Gewerkschaften den Protest unterstützen. Der Redner der IG Metall, Roland Hamm, bekam für seine kämpferische Rede, in der er unter anderem betonte, dass Umweltschutz Arbeitsplätze schaffe, kräftigen Beifall.
Aber ein ganz gewichtiger Grund ist für viele: 70.000 Stuttgarter haben sich gegen das "S21"-Projekt ausgesprochen. Bahn, Stadt und Land demonstrieren dagegen die "Arroganz der Macht", oder wie es die "tatsach'", Stuttgarter Stadtzeitung der MLPD, formuliert: "Dem entgegen werden die Kapitalinteressen unter anderem der großen, in Stuttgart ansässigen Konzerne diktatorisch durchgeführt."
Die MLPD beteiligte sich aktiv an der Demonstration. Eine wichtige Rolle spielten dabei unter anderem Auseinandersetzungen mit Vorstellungen, wie sie ein Redner auf den Punkt brachte: "Wir werden aus Stuttgart wieder eine demokratische Stadt machen." Tatsächlich werden nicht nur bei "S21", sondern in allen gesellschaftlichen Fragen die Bedürfnisse und Interessen der Masse der Menschen heute mit Füßen getreten. Das ist Ausdruck der herrschenden Diktatur der Monopole, die dazu grundsätzlich in Frage gestellt werden muss.
Die MLPD lud ein zu einer neuen Initiativgruppe unter dem Motto "Weg mit S21 – wir denken weiter als die Stadtspitze es erlaubt!" Ihr nächstes Treffen findet statt am Freitag, dem 7. Mai, 17.00 Uhr im Arbeiterbildungszentrum Süd, Bruckwiesenweg 10
http://www.rf-news.de/2010/kw17/ueb....nhofs-und-das-s21-projekt
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Verfasst am: 23.05.2010 13:08 Titel:
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Protest gegen "Stuttgart 21" wächst nach Baubeginn
Bei der letzten Montagsdemonstration gegen "Stuttgart 21" wurden vom Veranstalter erstmals über 5.000 Teilnehmer gezählt, nachdem die Teilnehmerzahl während der letzten Wochen kontinuierlich gestiegen ist. Gleichzeitig haben sich bereits über 14.000 "Parkschützer" gemeldet, die sich einsetzen wollen, das Abholzen alter Bäume im Zuge von "Stuttgart 21" zu verhindern.
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Verfasst am: 03.06.2010 11:45 Titel:
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Montagsdemo 7. Juni
Auf der 29. Montagsdemo am 10. Juni um 18 Uhr am Nordausgang des Hauptbahnhofs sprechen der Fernsehrjournalist und Bahnexperte Hagen von Ortloff und Romolo Murgia, italienischer Einwanderer mit Fernweh. Die Moderation und Kommentierung der aktuellen Lage macht Gangolf Stocker, SÖS-Stadtrat. Die Musik steuert die Gruppe: "Draußen nur Kännchen" bei. Am Infotisch gibt es u.a. K21-Taschen, K21-T-Shirts, K21-Ohrringe, Buttons, Aufkleber und passend zur Fußball-WM K21- Fahnen. Wir suchen Aktive, die auf der Montagsdemo beim Verteilen der Materialien mithelfen. Bitte melden Sie sich vor Demobeginn am Infotisch.
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Verfasst am: 03.06.2010 11:46 Titel:
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Infoabend "Was droht dem Schlossgarten durch S21" am Di 8. Juni
Was droht dem Schlossgarten durch S21? Infoabend am Dienstag 8. Juni 2010, 19:30 Uhr, Bezirksrathaus Bad Cannstatt, Marktplatz. Veranstalter: Ortsverband der Grünen Bad Cannstatt. Der Stuttgarter Schlossgarten ist in großer Gefahr! Für das Tiefbahnhofprojekt Stuttgart 21 sollen 280 Bäume gefällt werden und der Mittlere Schlossgarten über Jahre zu Europas größter Baustelle werden. Klaus Gebhard stellt die Initiative www.parkschützer.de vor, die sich diesem gewaltigen Verlust an Lebensqualität entgegenstellt.
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Verfasst am: 03.06.2010 11:48 Titel:
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Großdemo am Sa 10. Juli und www.kopfbahnhof-21.de
Bitte jetzt schon vormerken und weitersagen: Landesweite Großdemo im Schlossgarten am Samstag 10. Juli um 14 Uhr. Motto: Gemeinsam stoppen wir Stuttgart 21. Weitere Termine finden Sie auf unserer Seite www.kopfbahnhof-21.de . Dort können unter der Rubrik Nachlese auf der Startseite die Rede- und Musikbeiträge der letzten Montagsdemo angehört- und angeschaut werden. Besonders beachtenswert und ermutigend ist z.B. der Beitrag von Prof. Bodack vom vergangenen Montag. Bitte gehen Sie auch einmal auf die Rubrik Unterstützer. Sie werden erstaunt sein, wie viele Menschen bzw. Prominente inzwischen ihre Solidarität mit uns bekundet haben.
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Verfasst am: 14.07.2010 02:23 Titel:
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15.000 beim Protestfestival gegen "Stuttgart 21"
Nicht nur die Temperaturen in Stuttgart kochten am Samstag ihrem Höhepunkt entgegen - auch der Protest gegen das volksfeindliche Bahnbauprojekt "Stuttgart 21" ("S21" - siehe auch "rf-news" vom 26.4.10) feierte mit einer großen Kundgebung und einem Fest im bedrohten Schlosspark einen weiteren Höhepunkt. Von vier Plätzen in der Stadt waren Sternmärsche mit Parolen und Trommeln und dem Schlachtruf "Oben bleiben" zum Bahnhof gestartet. Vor dem Bahnhof sammelten sich die Sternmärsche zu einer kurzen Blockade auf der gesamten Schillerstraße. Das Transparent "Zehntausende widersetzen sich Stuttgart 21" signalisierte, dass sich mehr als 10.000 Parkschützer auf der "Widerstandsstufe zwei" eingetragen hatten.
Der Stuttgarter Schauspieler Walter Sittler und andere Redner waren sich anschließend mit den Kundgebungsteilnehmern einig: "Stuttgart 21 wird nicht gebaut!" Dabei ging es ihnen nicht nur um den Schutz des Parks, sondern vor allem auch um die immer krasser und deutlicher zu Tage tretende Abgehobenheit der bürgerlichen Politiker, die sich arrogant über den eindeutigen Mehrheitswillen der Bevölkerung hinweg setzen.
Manche Redner orientierten stark auf die Landtagswahlen 2011 in Baden-Württemberg. Andere, wie z.B. die Parkschützer-Aktiven, machten deutlich, dass der Widerstand noch entschlossener wird, wenn der Bahnhofsabbruch oder Baumfällarbeiten beginnen. Hier wurde der Originalton des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger (CDU) eingeblendet, der das damals in der Grenzregion zum Elsass geplante Atomkraftwerk Wyhl für unumkehrbar bezeichnete. Ebenso wurde an die geplante Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf in der Oberpfalz erinnert. Beide konnten gegen den heftigen Widerstand der Bevölkerung nicht durchgesetzt werden.
Berichtet wurde von einer Studie der Firma SMA, die in Europa führend in Sachen Planung des Eisenbahnverkehrs ist. Sie war von der Zeitschrift "Stern" veröffentlicht worden. Diese Studie wurde vom Land Baden-Württemberg in Auftrag gegeben und unter Verschluss gehalten. Nicht umsonst - denn sie widerlegt alle Behauptungen der "S21"-Betreiber, dass auch der Regionalverkehr von dem gigantischen Projekt profitieren würde. Und nicht nur das. Das Projekt beinhaltet so viele verkehrstechnische Risiken und Verschlechterungen gegenüber dem jetzigen Bahnbetrieb, dass ein leistungsfähiger Fahrplan nicht möglich sein wird. Der "Stern" zog das Fazit: "S21 schafft statt eines neuen Herzens mitten in Europa - einen Herzinfarkt."
Von der MLPD wurde breit die neue Ausgabe der Stuttgarter Zeitung "tatsach“ und ein neuer Flyer der Initiativgruppe der MLPD zu "S21" verteilt. Die "tatsach" befasst sich vor allem mit der begonnenen Kriminalisierung und Spaltung des Protestes. Es gab viele Diskussionen mit interessierten Teilnehmern.
Ein letzter Höhepunkt im Programm war der Auftritt des Musikers Max Herre, der sich auch zum Protest gegen "S21" bekennt. Er holte mit seinen Rhythmen hunderte (nicht nur) Jugendliche aus dem Schatten der Bäume auf die sonnenglühende Wiese vor der Bühne und sorgte für beste Stimmung der Teilnehmer.
http://www.rf-news.de/2010/kw27/15.....stival-gegen-stuttgart-21
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Verfasst am: 28.07.2010 03:05 Titel:
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Polizei räumt besetzten Stuttgarter Hauptbahnhof
Bei strömendem Regen griff während der gestrigen "Montagsdemo gegen Stuttgart 21" ein junger Demonstrationsteilnehmer plötzlich zum Mikrofon und verkündete die Besetzung des Hauptbahnhof-Nordflügels, der im August abgerissen werden soll. Über Leitern waren die Besetzer ins Gebäude gestiegen und plötzlich hingen große Transparente an der Fassade. Auf einmal erhebliche Unruhe: Polizei rückte mit Blaulicht und Martinshorn an, griff aber nicht ein. Nach der Montagsdemo strömten dann viele Teilnehmer in die Bahnhofshalle und vor einen Seiteneingang des Nordflügels. Laute Sprechchöre dann im Bahnhof: "Oben bleiben!" und: "Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns den Bahnhof klaut!"
Erst am späten Abend traute sich die Polizei, unter dem Protest immer noch hunderter Demonstranten gegen die Besetzer vorzugehen. Aufforderungen der Polizei, den Bahnhofsvorplatz freiwillig zu verlassen, gingen in Buh-Rufen und einem Trillerpfeifen-Konzert unter. Dazu Sprechchöre, unter anderem: "Aufstand! Aufstand! Aufstand!"
Kurz vor 23 Uhr begann dann die Polizei mit der Räumung der besetzten Gebäudeteile und bezog als erstes Stellung vor den Fenstern, um die Kommunikation zwischen Besetzern und Demonstranten zu unterbinden. Am nächsten Morgen heißt es dann in den Rundfunknachrichten, die Besetzer hätten sich friedlich wegtragen lassen. Gleichzeitig wird Stimmung gemacht, sie hätten die Polizei beleidigt, während die "Landesschau" am Abend zuvor "Tumulte" gemeldet hatte, von denen ich freilich nichts gespürt habe.
In der Straßenbahn hatte ich noch ein kurzes Gespräch mit einem mir bekannten jungen Antifaschisten und seiner Freundin. Wir sind uns schnell einig, dass die Besetzung die Wut und Entschlossenheit vieler Gegner von "Stuttgart 21" gezeigt hat. Es waren aber noch zu wenig Unterstützer für die Besetzer da und das Ganze war noch zu spontan, meinen meine Gesprächspartner noch.
http://www.rf-news.de/2010/kw30/pol....-stuttgarter-hauptbahnhof
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Verfasst am: 28.07.2010 12:30 Titel:
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Anzeigen gegen »Stuttgart 21«-Gegner nach Bahnhofsbesetzung Stuttgart.
Am Montag abend haben rund 60 Gegner des milliardenschweren Verkehrsprojekts »Stuttgart 21« den Nordflügel des Hauptbahnhofs der baden-württembergischen Landeshauptstadt besetzt. Mehrere hundert Protestierer hatten sich vor dem Gebäude versammelt. Die Polizei räumte den Bahnhofsteil noch am Abend.
Nach Informationen der Polizei müssen 55 der Besetzer wegen Hausfriedensbruchs mit einer Anzeige rechnen. Zudem hätten mindestens drei Personen bei der Räumung Widerstand geleistet. Diese würden wegen Körperverletzung beziehungsweise Beleidigung angezeigt. »In Zukunft können wir nicht mehr nur mit passivem Widerstand rechnen«, sagte der Polizeisprecher am Dienstag. Eine »gewisse Radikalisierung« sei nicht ausgeschlossen.
Seit Monaten laufen Stuttgarter Bürger Sturm gegen die Untertunnelung des Hauptbahnhofs und den Bau einer zusätzlichen Bahntrasse nach Ulm, der unter anderem der Baumbestand im Schloßpark zum Opfer fallen würde. Zu den Montagsdemos gegen »S21« kommen wöchentlich mehrere tausend Demonstranten.
http://www.jungewelt.de/2010/07-28/044.php
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Verfasst am: 01.08.2010 08:48 Titel:
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Stuttgart: Bei Abriss - Aufstand!
Am Freitagabend den 30. Juli, wurde per SMS und über das Internet Stuttgart 21 Alarm ausgelöst, da ein Bagger und BauarbeiterInnen am Stuttgarter Hauptbahnhof anrückten. Innerhalb kürzester Zeit kamen so hunderte von Menschen zusammen, um den im Rahmen von Stuttgart 21 geplanten Abriss des Nordflügels zu verhindern. Eine friedliche Sitzblockade wurde von der Polizei geräumt und im Anschluss wurden Bauzäune aufgestellt, vor denen Polizeifahrzeuge und PolizistInnen postiert wurden. 2 Stunden nach dem Alarm befanden sich alleine am HBF über tausend Menschen. Ein Teil protestierte vor dem Nordflügel weiter. Der größte Teil besetzte die Kreuzung der Heilbronnerstrasse. Weitere AktivistInnen besetzten den Röhre-Tunnel. Zeitweise waren auch der Charlottenplatz und der Rotebühlplatz und somit alle wichtigen Verkehrspunkte der Innenstadt besetzt.
Vermutlich dachten sich einige schlaue Köpfe, dass wenn sowieso mal so viel Polizei wegen des am Nachmittag stattfinden Gelöbnises in Stuttgart ist, sie gleich den Abriss machen können.
Mit so einem massiven Protest hatte wohl niemand gerechnet, war der S21 Protest bisher sehr bürgerlich geprägt. Die Polizei war angesichts der Masse an Menschen und deren Entschlossenheit total überfordert und nicht mehr Herr der Lage. Als dann später die Anzahl der Protestierenden schrumpfte, versuchten PolizistInnen die Menschen von der Straße zu drängen, woraufhin wieder etwa 800-1000 Menschen wieder auf der Kreuzung Heilbronnerstrasse vor dem Bahnhof einfanden. Die PolizistInnen versuchten zuerst mit Pferden die Kreuzung zu räumen, scheiterten aber abermals da immer Mehr AktivistInnen nachströmten. Schließlich kam es zu einem Übergriff bei dem PolizistInnen eine ältere Frau brutal verhafteten. Was dann zur Eskalation der Lage führte. Wütende BürgerInnen und Jugendliche stürmten auf den Gefangenenbus zu, der nur noch mit Schlagstöcken verteidigt werden konnte. Die vorrückenden AktivistInnen vertrieben dann schließlich die PolizistInnen von der Kreuzung. Es kam zu Flaschenwürfen und die Scheibe eines Polizeiautos wurde eingeschlagen.
Nach der Aktion gab die Polizei auf und zog ihre Kräfte bis die vor dem Zaun vor dem Nordflügels des Bahnhofes komplett zurück.
Nach einiger Zeit formierte sich eine kräftige Spontandemonstration auf der Theodor-Heuss Straße. Einige Hunderte Menschen zogen bis zum Rotebühlplatz und wieder zurück zum Bahnhof. Die Polizei hielt sich weiter zurück. Einige der Einheiten waren schon den ganzen Tag im Einsatz und konnten kaum noch stehen. Langsam löste sich dann die Menge auf. Erst zirka um 03:30 kamen einige Polizeieinheiten zurück und vertreiben die restlichen Menschen von der Kreuzung.
Bereits um 12 Uhr versammelten sich am Samstag wieder 500 Menschen am Bahnhof und blockierten zeitweiße die Kreuzung an der Heilbronnerstraße.
Am Nachmittag besetzten zirka 250 Menschen das Stuttgarter Rathaus. Weitere Proteste sollen den ganzen Tag laufen und ab 19 Uhr ist wieder eine Versammlung am Hauptbahnhof.
Infos unter www.bei-abriss-aufstand.de oder http://twitter.com/abrissaufstand
http://linksunten.indymedia.org/en/....ed&utm_medium=twitter
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